Garten im (Klima)Wandel

Die Sommer werden auch in Tirol immer trockener und heißer und die Winter milder und feuchter. Die Pflanzen in den Gärten reagieren unterschiedlich auf den Klimawandel. Wir zeigen, wie sich dies auf deinen Garten auswirkt. Zwar macht es uns Gartenbesitzer glücklich, die Vorzüge eines eigenen Gartens früher im Frühjahr und länger bis weit in den Herbst hinein genießen zu können. Jedoch macht dieser Wandel manchen Pflanzen zu schaffen. So sagen Experten voraus, dass Pflanzen, die das kühlere Klima bevorzugen, wie zum Beispiel Rhododendren oder Fichten, nach und nach aus unseren Gärten in Mitteleuropa verschwinden werden.

Aber welche Pflanzen haben bei uns eine Zukunft in der Gartengestaltung?

Zu den Gewinnern des Klimawandels gehören die Pflanzen aus den warmen Mittelmeerländern
wie beispielsweise Bananenstauden, Hanfpalmen, Feigen, Kiwi, etc. Aber auch Lavendel, Katzenminze und Wolfsmilch haben mit einem trockenen Klima kein Problem. Doch nur auf solche Pflanzen zu setzen ist nicht die Lösung. Die Schwankungen zwischen heiß und trocken im Sommer und feucht und mild im Winter machen den meisten Pflanzen zu schaffen. Mediterrane Pflanzen mögen zum Beispiel keine feuchten Böden, welche bei uns im Winter vorzufinden sind. Deshalb können sie eher der Fäulnis zum Opfer fallen. Außerdem hat der Klimawandel auch Auswirkung auf die Pflanzzeiten. Auf dieses Problem hin haben Baumschulen und Experten der Gartengestaltung sich Pflanzenarten angesehen, welche mit trockenheißen Sommermonaten und feuchtmilden Wintermonaten zurechtkommen – die sogenannten Klimabäume (Zukunftsbäume).

Klimabäume für den Garten

Grundsätzlich gilt: Klimabäume sollte man auf keinen Fall zu tief pflanzen! Das ist die Todesursache Nummer eins dieser Baumarten. Außerdem sollte man die jungen Bäume über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren konsequent wässern, denn auch ein trockenheitsverträglicher Baum benötigt anfangs eine gute Wasserversorgung. Generell sind Klimabäume zu empfehlen, die eine hohe Toleranz gegenüber Trockenheit, Starkniederschlägen und hohen Temperaturen zeigen. Unter den heimischen Gehölzen sind das beispielsweise Wacholder, Felsenbirne, Wolliger Schneeball und Kornelkirsche. Nicht nur direkt nach dem Pflanzen ist richtiges Wässern im Garten wichtig, sondern je nach Witterung über die ersten zwei bis drei Jahre, bis der Baum gut eingewachsen ist.

Neue Schädlinge durch den Klimawandel

Eine weitere unerfreuliche Prognose ist, dass sich neue und vermehrt Schädlinge bei den Pflanzen ausbreiten werden. Das ist das Ergebnis von zu milden Wintern, während derer die ausbleibenden Fröste dazu führen, dass die Larven besser überleben können.

Neue Möglichkeiten für den Garten

Der Klimawandel bringt jedoch auch neue Möglichkeiten für die Gestaltung des Gemüsegartens mit sich. Der Anbauzeitraum verlängert sich. Man kann deutlich früher aussäen und auspflanzen; die Eisheiligen verlieren ihren Schrecken. Bis in den November hinein lässt sich Salat anbauen. Mit etwas Schutz, zum Beispiel einer Vliesabdeckung, kann man sogar, wie in den Mittelmeerländern, Arten wie Mangold und Endivie über den Winter anbauen. Bei einigen Gemüsearten wird der Anbau nicht schwieriger, sondern die gewohnten Anbauzeiträume müssen verschoben werden. Kopfsalat wird im Hochsommer häufiger keinen Kopf mehr bilden. Spinat sollte zeitiger im Frühjahr oder später im Herbst angebaut werden. Trockenperioden und ungleichmäßige Wasserversorgung führen zu pelzigen Radieschen, bei Kohlrabi und Möhre steigt die Gefahr, dass sie unschön aufplatzen.

Trau dich und mach was Neues draus. Denn nur Gärtner wissen, was ihnen blüht!

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